Die Mobiltät der Zukunft

Leipzig ist Straßenbahnstadt, Fahrradstadt, Autostadt und Stadt der kurzen Wege. Wir wollen in einer Stadt leben, in der alle nachhaltig, bezahlbar, sicher und schnell unterwegs sind. Leipzig wird auch in den nächsten Jahren weiter wachsen. Aber die Straßen wachsen nicht mit, sie werden nur voller. Deshalb fördern wir Maßnahmen, die helfen, Staus und einen drohenden Verkehrskollaps zu verhindern. Im Mittelpunkt stehen für uns der Ausbau eines leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehrs und die Schaffung von Parkplätzen für die Bürger*innen der Stadt Leipzig.

Attraktives und belastbares ÖPNV-Netz

■ Takte verkürzen und neue Straßenbahnlinien einführen

Wir werden den 10-Minuten-Takt bis 21 Uhr ausweiten. Wir wollen auf den Hauptachsen mindestens zwei Straßenbahnlinien fahren lassen, die zusammen einen 5-Minuten-Takt ergeben. Das bedeutet ein besseres Angebot z. B. auf der Georg-Schwarz-Straße, der Zschocherschen Straße bzw. Dieskaustraße, der Delitzscher, der Landsberger sowie der Prager Straße.

■ Neue Strecken für die Straßenbahn

Um mehr Menschen zu befördern, brauchen wir neue Strecken. Wir werden im neuen Stadtrat Druck machen, dass die Planungen für neue Strecken schnellstmöglich abgeschlossen werden. Dazu gehören u. a. die Südtangente von Grünau über den Schleußiger Weg zum Technischen Rathaus, eine Verbindung nach Mölkau, der Lückenschluss zum S-Bahnhof Sellerhausen und die Streckenverlängerung nach Liebertwolkwitz. Wir werden das Straßenbahnnetz fit für die Zukunft machen. Streckenstilllegungen lehnen wir ab. Bis 2024 soll es keine sanierungsbedürftigen Langsamfahrstellen mehr geben und neu hinzukommende sollen innerhalb eines Jahres saniert werden.

■ Busnetz erweitern

Das Busnetz muss erweitert werden, um neben den Straßen- und S-Bahnverbindungen Querverbindungen in der Innenstadt anzubieten sowie um den Stadtrand und wichtige Ziele außerhalb des Zentrums besser miteinander zu verbinden. Nach dem Vorbild des Grünolino können wir Mobilitätsangebote in den Wohnquartieren schaffen. Wir wollen, dass in Leipzig überall ein regelmäßiges Angebot zur Verfügung steht.

■ Haltestellen aufwerten und verdichten

Wir wollen die Haltestellen zu attraktiven und sicheren Umsteigepunkte aufwerten. Die Haltestellen sollen sauber und barrierefrei sein, Fahrgastinformationen und W-LAN bieten sowie ausreichend, überdachte Sitz- und Wartemöglichkeiten. Knotenpunkte sollen vollständig überdacht werden. In unmittelbarer Umgebung soll es Flächen für Kioske, mobile Verkaufsstellen und Radabstellanlagen geben. Wir möchten einen Gestaltungswettbewerb für Haltestellen durchführen. In Vierteln, in denen in den letzten Jahren die Bevölkerung und somit die Fahrgastzahlen zugenommen haben, werden zusätzliche Haltestellen geschaffen.

■ S-Bahn-Netz ausbauen: S-Bahn-Ring und weiterer Citytunnel

Leipzig soll S-Bahn-Stadt werden. Daher brauchen wir einen Ost-West-Tunnel und die Aktivierung des zu großen Teilen bereits vorhandenen S-Bahn-Rings. Wir setzen uns für zusätzliche Züge auf gut ausgelasteten S-Bahn-Linien ein und wollen den Takt im Citytunnel verdichten, damit mehr S-Bahnen durch Leipzig fahren können. Ein leistungsfähiges S-Bahn-Netz braucht gezielt zusätzliche Stationen mit attraktiven Umsteigemöglichkeiten. An- und Abfahrtszeiten von Bussen und
Straßenbahnen müssen besser auf die S-Bahn abgestimmt werden. Priorität hat für uns eine Station zwischen Messe und Flughafen. Wir unterstützen die Anbindung der Gegenden im Leipziger Umland, die bisher noch nicht mit der S-Bahn erreichbar sind. Das bedeutet ein besseres Angebot in Richtung Zeitz, Döbeln über Grimma, Chemnitz und über Markranstädt nach Merseburg. Zudem wollen wir den Lückenschluss zwischen Grünau und Markranstädt.

Bezahlbares und innovatives Ticketsystem

■ Fahrpreise stabilisieren

Wir wollen, dass mehr Menschen auf den Nahverkehr umsteigen. Ein attraktiver ÖPNV muss deshalb bezahlbar sein und preiswerter als andere Fortbewegungsmittel. Die SPD Leipzig wird weitere Steigerungen der Ticketpreise begrenzen und Vielfahrer stärker entlasten. Wir wollen den Preis für die Leipzig-Pass-Mobilcard stabil halten. Aufgrund der Haltestellenverdichtung müssen wir eine Neuregelung der Kurzstrecke prüfen, damit das Kurzstreckenticket zukünftig mehr als vier Stationen umfasst. Um die Potenziale der Digitalisierung besser zu nutzen, wollen wir den elektronischen Vertrieb von Tickets weiter ausbauen, um so Vertriebskosten langfristig zu reduzieren und die Nutzung des ÖPNV einfacher zu machen.

■ 1 € pro Tag – das neue Jahresticket

Wir wollen langfristig ein bezahlbares Jahresticket einführen, das Vielfahrer finanziell entlastet. So wollen wir den Nahverkehr noch attraktiver machen und mehr Bürger*innen zum Umstieg auf Straßenbahn, Bus und S-Bahn bewegen. Das neue Jahresticket soll 365 € kosten, also einen Euro pro Tag. Dies kann jedoch nur funktionieren, wenn sich auch bei Bund und Land langfristig durchsetzt, dass ein preiswerter, attraktiver ÖPNV ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Mobilität in Ballungsräumen ist. Bundes- und Landesebene müssen ihre Förderkulisse deutlich verbessern, denn die Kommunen allein werden die Einführung des Jahrestickets für 365 € nicht stemmen können. Dafür setzen wir uns ein. Aktuelle Modellregionen zeigen, dass deutliche Ticketpreissenkungen bei entsprechender Förderung möglich sind.

■ Familien entlasten und Bildungsticket für Schüler*innen/Auszubildende

Wir wollen langfristig dafür sorgen, dass Kinder Leipzigs Nahverkehr kostenlos nutzen können. Eltern können bereits jetzt im ersten Lebensjahr ihres Kindes mit der BabyCard kostenlos fahren. Dieses Angebot wollen wir ausbauen, sodass beide Eltern die BabyCard nutzen können und sie auch in der S-Bahn gilt. Eine weitere Verbesserung ist das Bildungsticket für Sachsen, das wir landesweit einführen wollen. Alle, die zur Schule gehen oder in einer Ausbildung sind, sollen künftig für maximal 15 € im Monat unterwegs sein können.

■ Zusätzliches Geld für den ÖPNV

Um die Kosten des ÖPNV zu decken und gleichzeitig die Ticketpreise zu stabilisieren, müssen wir neue Einnahmequellen erschließen. Ein tragfähiges Finanzierungskonzept muss den Freistaat stärker einbinden. Falls eine Erhöhung der Landesfinanzierung nicht möglich ist, werden wir die Akteur*innen stärker in die Finanzierung einbinden, die von einem leistungsfähigen ÖPNV-Angebot profitieren, bisher aber nicht an den Kosten beteiligt sind.

■ Jobticket ausweiten

Viele Leipziger*innen fahren mit dem ÖPNV zur Arbeit und tragen die Kosten dafür selbst. Wir setzen uns für eine Ausweitung des Jobtickets ein. So sollen künftig auch Unternehmen mit weniger als 20 Abnehmern die Möglichkeit bekommen, das Jobticket zu buchen. Zudem werden wir die Anpassung der Steuerfreigrenzen nutzen und so ein noch preiswerteres Jobticket für die Angestellten in Leipzig schaffen.

Autoverkehr stabilisieren und neu ordnen

■ Lösungen für das Parkplatzchaos

Wir entlasten die Leipziger*innen auf ihrer täglichen Parkplatzsuche und bringen Ordnung in das Parkplatzchaos. Dafür werden wir das „Anwohnerparken“ schrittweise einführen, wodurch Anwohner*innen und Zulieferverkehr Vorrang für die innerstädtischen Parkplätze erhalten. Zusätzlich setzen wir uns für ein verbessertes Parkleitsystem ein, welches die Parkplatzsuche erheblich erleichtern und das sonst lange und aufwendige Suchen nach einem Parkplatz reduzieren wird. Gleichzeitig werden wir in besonders belasteten Vierteln Quartiersgaragen errichten, die wir als Vernetzungspunkte mit Radabstellanlagen, Car-Sharing-Angeboten und mit Lademöglichkeiten für alternative Antriebsarten ausstatten. In den Quartieren werden wir im Gegenzug ausreichend Parkplätze für Kurzzeitparken zur Verfügung stellen. So bleiben freie Plätze, damit Familien ein- und aussteigen, Einkäufe nach Hause gebracht und Pakete angeliefert werden können.

■ Den Autoverkehr auf heutigem Niveau stabilisieren

Viele Leipziger*innen sind auf ein Auto angewiesen, von Berufspendlern, über Familien, Gewerbetreibende bis hin zu mobilitätseingeschränkten Personen. Gleichzeitig ist der Autoverkehr eine Hauptursache für Lärm, Luftverschmutzung, Unfälle und Flächenverbrauch. Wir wollen das Verkehrsaufkommen des motorisierten Individualverkehrs auf seinem heutigen Niveau stabilisieren und den Autoverkehr aus der Innenstadt und den Wohngebieten herauslenken. Die Fläche für den Autoverkehr soll insgesamt nicht zunehmen. Deshalb ist ein Neubau von Straßen für uns nur mit entsprechender Kompensation, also Ausgleichsflächen für ÖPNV, Fahrrad- oder Fußverkehr auf bestehenden Straßen denkbar.

■ Alternative Antriebsarten

Die Zukunft des motorisierten Individualverkehrs ist grün. Wir setzen uns daher für alternative Antriebe in Leipzig auf allen Ebenen ein. Besonders der Ausbau bedarfsgerechter und flächendeckend installierter Ladesäulen für Autos, Roller und Fahrräder ist dringend erforderlich. Dafür werden wir uns einsetzen. Zudem wollen wir weiter vorantreiben, dass kommunale Fahrzeuge alternative Antriebe haben.

■ Anlieferungsverkehr und Zustelldienste

Für Gewerbetreibende und Dienstleister sind die zeitnahe Anlieferung und Zustellung von Waren unverzichtbar. Dies wird bei wachsendem Verkehr immer schwieriger. Wir wollen deshalb, dass bei der Planung von Stadtvierteln Paket- und Lieferstationen, Leih-Lastenräder sowie andere umweltfreundliche Verkehrsträger mitgedacht und existierende Car-Sharing-Flächen einbezogen werden. Wir setzen uns zudem dafür ein, Nachtlieferverkehrsträger auf Elektroantrieb umzustellen, um Lärmbelastungen zu reduzieren.

Radverkehr

■ Ein hochwertiges Radwegenetz

Wir setzen uns für ein durchgängiges, sicheres und komfortables Radwegenetz ein. Vorbild ist für uns das Berliner Radgesetz. Die Radwege müssen befestigt, ganzjährig befahrbar und wenn möglich beleuchtet sein. Um den zunehmenden Radverkehr zu fördern, prüfen wir zusätzliche Radstraßen, die gänzlich getrennt von anderen Verkehren geführt werden. Wir werden uns insbesondere für einen Nord-Süd- und West-Ost-Fahrradschnellweg einsetzen und den Fahrradschnellweg von Leipzig nach Halle durch den Leipziger Nordwesten realisieren.

■ Keine toten Radfahrer*innen mehr Sicherheit im Radverkehr ist unser oberstes Ziel.

Jede und jeder Verkehrstote in Leipzig ist eine*r zu viel. Für Engstellen, gefährliche Kreuzungen und Straßen werden wir neue Lösungen finden, die die Sicherheit für den Radverkehr deutlich erhöhen. Beispielsweise wollen wir den Radverkehr von der Jahnallee auf eine Parallelstraße umleiten, um so einen sicheren und leistungsfähigen Fahrradschnellweg von Lindenau bis zum Hauptbahnhof zu schaffen. An Unfallschwerpunkten, wie z. B. der Prager, der Schönauer oder der Berliner Straße, werden wir konsequent separate Flächen für den Radverkehr einrichten. Parallel zu einer städtischen Kampagne zur Verkehrssicherheit werden wir die Mobilitätserziehung an den Schulen stärken und die dafür notwendigen Verkehrsübungsplätze wieder instand setzen.

■ Gute Abstellmöglichkeiten überall

Fahrräder müssen sicher und wetterfest abgestellt werden können. An sämtlichen S-Bahn-Halten muss es überdachte Abstellplätze geben. Wir wollen die Errichtung weiterer Fahrradparkhäuser in Leipzig, vor allem an Knotenpunkten des Nahverkehrs. Wir beginnen mit einer Radstation am Hauptbahnhof. Wir setzen uns für mehr Leipziger Bügel im öffentlichen Raum ein. Unternehmen müssen angeregt werden, Infrastruktur für Radfahrer*innen bereit zu stellen – angefangen bei überdachten Abstellplätzen bis hin zu Luftpumpen und Werkzeug für Reparaturen. Die Stadt Leipzig soll dabei Vorreiterin werden. Zudem setzen wir uns für bessere Radstellplätze in Leipzigs Mietshäusern ein. Dies wollen wir durch ein zusätzliches Förderprogramm unterstützen.

Fußverkehr

■ Gut zu Fuß in Leipzig für Alt und Jung

Wir wollen hochwertige Gehwege in unserer Stadt, die dazu einladen, zu Fuß zu gehen. Daher werden wir die Sauberkeit, Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität der Gehwege deutlich aufwerten. Dazu zählt für uns auch der Ausbau von Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Raum. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Sicherheit im Fußverkehr, indem wir uns für gut beleuchtete Gehwege und sichere Möglichkeiten einsetzen, Straßen zu überqueren. Die Maßnahmen zur Verbesserung der Gehwege Leipzigs werden in die Quartiersentwicklungskonzepte eingebunden.

■ Sichere Schulwege

Wir wollen, dass alle Kinder ihren Schulweg sicher und eigenständig gehen können. Deshalb werden wir im Umfeld von Schulen und Kitas regelmäßig die Qualität von Schulwegen überprüfen und sie dauerhaft instand halten. An den nahegelegenen Haltestellen setzen wir uns für Geschwindigkeitsreduzierungen und sichere Übergänge mit Zebrastreifen und Ampeln ein. Wir werden bei der Planung von Fahrrad- und Fußwegen besonders Rücksicht auf die Interessen von Kindern nehmen und die schulische Verkehrserziehung stärken.

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