Leipzig, 09.05.2017 – Zu der Einschätzung des sächsischen Verfassungsschutzes, der die Gefahr einer Radikalisierung, insbesondere von Flüchtlingen, in der Leipziger Al-Rahman-Moschee sieht, erklärt Hassan Soilihi Mzé, Vorsitzender der SPD Leipzig:

„Die Sorge, dass insbesondere Flüchtlinge aus dem arabischen Raum den Weg zu Hassan Dabbagh finden, ist nicht unbegründet. Und dass die Al-Rahman-Gemeinde über diesen Weg wächst, ist auch nicht trivial.“

Die Al-Rahman-Moschee in der Roscherstraße gilt Verfassungsschutzberichten zufolge als ein Schwerpunkt salafistischer Bestrebungen in Deutschland. Ihr Imam Hassan Dabbagh wird als einer der auch überregional bekanntesten Vertreter der Szene angesehen. Der ultrakonservativen islamistischen Bewegung der Salafisten wird vorgeworfen, die freiheitlich-demokratische Grundordnung abzulehnen und den totalen Geltungsanspruch der Scharia zu befürworten.

Soilihi Mzé weiter: „Für gläubige Sunniten aus dem arabischen Raum mangelt es in Leipzig jenseits der Al-Rahman-Moschee an Angeboten, beispielsweise arabischen Freitagsgebeten oder arabischsprachiger Seelsorge. Die türkische, die schiitische oder die Ahmadiyya-Gemeinde bieten hier aus religiöser Sicht keinen Ersatz. Das erhöht die zweifelhafte Attraktivität der Roscherstraße ungemein.

Wir müssen ernst nehmen, dass sich in Leipzig für viele Flüchtlinge aus dem arabischen Raum derzeit nur die Frage stellt: Praktizierst Du in der Al-Rahman Deinen Glauben oder praktizierst Du ihn gar nicht.“

„Fakt ist: Muslime sind nicht automatisch Gewalttäter und sie sind nicht von vornherein als solche angelegt. Eine große Herausforderung für unsere Stadtgesellschaft ist deshalb, ihre Radikalisierung nicht zuzulassen und dieser entschieden entgegenzuwirken. Wir brauchen deshalb gesamtgesellschaftliche Ideen zur Schaffung alternativer Angebote. Wir brauchen die offene Debatte zum Problem in unserer Stadt. Vor allem aber brauchen wir die Entschlossenheit, Radikalen das Wasser abzugraben“, so Soilihi Mzé abschließend.