Leipzig, 07.03.2017 – Zum morgigen Frauentag (08.03.2017) erklären Katharina Kleinschmidt, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Leipzig, und Hassan Soilihi Mzé, Vorsitzender der SPD Leipzig:

 

Kleinschmidt: „In Zeiten, in denen unsere Grundwerte wieder gefährdet erscheinen, brauchen wir starke Frauen für eine starke Demokratie.“

In diesem Zusammenhang sei erfreulich, dass Bewegungen wie Pegida und Legida von sehr wenigen Frauen mitgetragen würden.

Kleinschmidt: „Die demokratischen Parteien sind aber auch aufgerufen, endlich den Frauen die paritätische Teilhabe an politischen Mandaten zu ermöglichen. Parlamentarische Demokratie heißt, dass gewählte Mandatsträgerinnen und -träger stellvertretend für uns Entscheidungen treffen. In einer Gesellschaft, in der über die Hälfte der Bevölkerung weiblich ist, müssen entsprechend die Hälfte der Mandate von Frauen besetzt werden.“ Die Realität, so Kleinschmidt, sehe aber deutlich anders aus.

Soilihi Mzé: „Rechtsstaatlichkeit und Freiheit sind keine Selbstläufer. Jede und jeder ist dazu aufgerufen um sie zu ringen. Und genau deshalb gehören Frauen in Demokratien auch ganz selbstverständlich auf die politische Bühne.

Wie notwendig das ist, sehen wir aktuell zum Beispiel in den Vereinigten Staaten, wo sie mit Veranstaltungen wie dem ‚Women’s March on Washington‘ deutlich machen, wo sie Gefahren für Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Gleichberechtigung sehen. Diese kritische Wachheit macht Mut und verdient unser aller Wertschätzung.

Politisches Geschick gehört ganz klar in die Hände von Frauen und Männern.“

Nach den großen SPD-Erfolgen bei der Entgeltgleichheit, der Reform des Sexualstrafrechts und der Quotierung von Aufsichtsräten müssen jetzt weitere Weichen gestellt werden, insbesondere bei Fragen wie Frauenarmut, den Problemen von Alleinerziehenden und bei der Rente.

Kleinschmidt: „Immer noch rutschen Frauen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, im Alter in die Armut. Hier braucht es ausgleichende Maßnahmen und vorbeugende Konzepte. Dazu gehört auch das Ablegen von Scheuklappen bei der Berufswahl. Ich bin zuversichtlich, dass es zu mehr Lohngerechtigkeit führt, wenn wir damit beginnen, das Bild von ‚typischen‘ Frauen- und Männerberufen aufzubrechen.“